Hertha-Einspruch – Klopp: „Bin gegen Wiederholungs

Der Fußball-Skandal von Düsseldorf – muss das Relegations-Rückspiel zwischen Fortuna Düsseldorf und Hertha BSC (2:2) wiederholt werden?

Kurz vor dem Ablauf der Nachspielzeit waren euphorisierte Düsseldorf-Fans auf den Platz gestürmt, glaubten, Schiedsrichter Wolfgang Stark hätte das Spiel schon beendet. Früher in der zweiten Halbzeit hatten Fans beider Lager bengalische Feuer und Raketen auf den Platz gefeuert, damit andere Fans und auch die Spieler gefährdet-


Hertha-Manager Michael Preetz (l.) und Präsident Werner Gegenbauer bei der Pressekonferenz am Mittwoch. Hertha legt Protest gegen die Spielwertung ein

Hertha-Manager Michael Preetz (l.) und Präsident Werner Gegenbauer bei der Pressekonferenz am Mittwoch. Hertha legt Protest gegen die Spielwertung ein

5 Fragen zum Skandal-Spiel: Steigt Hertha jetzt doch nicht ab?

Skandal-Spiel
Hertha legt Protest ein!

Hertha BSC legte einen Tag nach dem Fußball-Chaos Einspruch gegen die Spielwertung ein, will ein Wiederholungsspiel.

Manager Michael Preetz am Mittwoch bei einer Pressekonferenz seines Klubs: „Wir müssen das Spiel zu Ende spielen.“ Seine Begründung: „Ein regulärer Spielbetrieb war für uns nicht mehr möglich. Mit einem sportlichen Geschehen hatte dies nichts mehr zu tun.“ Die „irregulär zustande gekommene Spielwertung“ müsse aufgehoben werden.

Eine Einschätzung, die Borussia Dortmunds Double-Trainer Jürgen Klopp (44) nicht teilt. Klopp am Mittwoch zu BILD.de: „Ich bin nicht dafür, dass das Spiel wiederholt wird. Denn das, was in Düsseldorf passiert ist, war eine andere Geschichte als das, was beispielsweise schon mal in Berlin oder Frankfurt vorgefallen ist. Das Stürmen des Platzes war zwar absolut falsch, aber nicht wirklich gefährlich.“

2009 hatten Hertha-Fans im eigenen Stadion den Platz gestürmt und mit Eisenstangen bewaffnet die Ersatzbänke zertrümmert. 2011 rannten Fans der abstiegsbedrohten Eintracht auf den Platz. Im Gegensatz zu diesen beiden Fällen ging es den Fans in Düsseldorf allerdings nur darum, die Bundesliga-Rückkehr nach 15 Jahren Abstinenz zu feiern.

Die Bengalo-Attacken sind Klopp allerdings sehr wohl ein Dorn im Auge: „Gefährlich ist allerdings das idiotische Abbrennen der Bengalos. Wir müssen es gemeinsam hinkriegen, dass an einem Tag wie Dienstag in Düsseldorf so gefeiert wird, wie es erlaubt ist. Eine Hochzeit stürmt man doch schließlich auch nicht!“

Wie urteilt jetzt der DFB-Kontrollausschuss? Der offizielle Hertha-Einspruch ist eingegangen, am Freitag soll jetzt entschieden werden, ob das Spiel wiederholt werden muss.

Fortuna Düsseldorf äußerte sich gelassen über den Einspruch von Hertha BSC. Präsident Peter Frymuth: „Wir gehen davon aus, dass das Spiel ordnungsgemäß abgepfiffen wurde und das Spielergebnis Bestand hat. Ich finde es doch verwunderlich, die nicht genutzten Chancen in zwei Spielen nun an zwei Minuten festzumachen.“

Die Fortuna habe „bisher nicht darüber geredet, dass nach dem 2:1 für uns massiv Sachen aus dem Hertha-Block geflogen sind und die Partie vor dem Abbruch stand. Wir haben uns nicht an dem Schwarzer-Peter-Spiel beteiligt. Hertha macht das nun.“ Frymuth gestand aber ein: „Das sind natürlich Dinge, die nicht sein sollen. Aber es waren in keinster Weise Gewaltattacken. Da hat man schon ganz andere Bilder gesehen.“

7. Januar: Bei einem Hallenfußballturnier kommt es in Hamburg zu schweren Ausschreitungen. Bei Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden Fangruppen in der Alsterdorfer Sporthalle werden 49 Personen verletzt, darunter elf Polizisten. Weitere 40 Personen müssen nach dem Einsatz von Pfefferspray von den Sanitätskräften in der Halle an den Augen behandelt werden. 72 Randalierer werden in Gewahrsam genommen.


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Die Skandal-Chronik         7. Januar: Bei einem Hallenfußballturnier kommt es in Hamburg zu schweren Ausschreitungen. Bei Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden Fangruppen in der Alsterdorfer Sporthalle werden 49 Personen verletzt, darunter elf Polizisten. Weitere 40 Personen müssen nach dem Einsatz von Pfefferspray von den Sanitätskräften in der Halle an den Augen behandelt werden. 72 Randalierer werden in Gewahrsam genommen.  
  5. Februar: Vor dem Zweitligaspiel zwischen dem VfL Bochum und Hansa Rostock (1:2) werfen aggressive Hansa-Rowdys Gegenstände auf Polizisten. Ein Aufeinandertreffen von Fans beider Klubs führt zu Ausschreitungen, welche die Polizei nur durch den Einsatz von Tränengas und Mehrzweckschlagstöcken unterbinden können.Mit Spielbeginn versuchen Rostocker Fans, die Bochumer Ostkurve zu stürmen. Insgesamt werden 42 Personen verletzt, davon fünf Polizisten und neun Sicherheitskräfte.Am Hauptbahnhof in Wolfsburg kommt es zu Auseinandersetzungen zwischen Rowdys des VfL Wolfsburg und von Hannover 96. Insgesamt sollen 120 Anhänger aus beiden Lagern beim Umsteigen der Hannoveraner in Bahnhofsnähe mit Bengalos und Leuchtkugeln aufeinander losgegangen sein.Zudem wird ein 14 Jahre alter Wolfsburg-Fan angegriffen und ausgeraubt. Der Jugendliche muss mit Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert werden.  
  6. Februar: Am Rande des Zweitligaspiels zwischen Eintracht Frankfurt und Eintracht Braunschweig (2:1) kommt es zu Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden Fangruppen.Zwei Personen aus Braunschweig werden verletzt. Während der Begegnung werden rund 20 Bengalische Feuer im Gästeblock gezündet. Eine Frau erleidet eine Rauchvergiftung und muss ins Krankenhaus gebracht werden.  
  18. Februar: Zwei Hamburger Fans werden vor dem Bundesliga-Nordderby des HSV gegen Werder Bremen (1:3) vorläufig festgenommen. Die beiden Fußball-Anhänger hatten versucht, mit Benzin getränkte Transparente in die WM-Arena am Volkspark zu schmuggeln.  
  4. März: Hooligans des Bundesligisten 1. FC Köln greifen Anhänger des Erzrivalen Borussia Mönchengladbach auf der Autobahn A3 an.Zunächst versuchen mehrere Fahrzeuge mit gewaltbereiten Kölner Anhängern, einen Bus mit Gladbach-Fans auszubremsen. Auf dem Rastplatz Siegburg-Ost greifen dann vermummte Personen den Bus an, woraufhin der Busfahrer in Richtung Köln flüchtet.  
  10. März: Eine Gruppe von 15 vermummten Anhängern des Zweitligisten Hansa Rostock greift in der Nacht auf einem Parkplatz der Stadtautobahn zwischen Warnemünde und Rostock Fans der Eintracht mit Steinen und Flaschen an.Nachdem die Gäste-Fans mit einem Transporter geflüchtet sind, nehmen die Angreifer mit drei Fahrzeugen die Verfolgung auf. Bei einem Stopp wird der Transporter umstellt und erneut mit Flaschen beworfen.  
  16. März:14 Festnahmen und drei verletzte Polizeibeamte sind die Bilanz schwerer Ausschreitungen nach dem Zweitligaduell zwischen Eintracht Frankfurt und Dynamo Dresden (3:0). Laut Polizeibericht war es bei der Begleitung von etwa 200 Dresden-Fans zur Haltestelle am Stadion zum Zusammentreffen der beiden Problemgruppen gekommen.Trotz Verbots des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und eindringlichen Appells von Dynamo Dresden waren etwa 400 Dynamo-Fans zum Auswärtsspiel in Frankfurt gereist und hatten sich Zugang zum Stadion verschafft.Fans des Bundesligisten FSV Mainz 05 werden nach der Rückkehr vom Auswärtsspiel beim FC Augsburg (1:2) auf dem Parkplatz des heimischen Bruchwegstadions angegriffen. Die Polizei geht davon aus, dass Hooligans des 1. FC Kaiserslautern an der Attacke, bei der es aufseiten der Mainzer „zahlreiche Verletzte” gegeben hat, beteiligt waren.  
  26. März: Die eigentlich ausgesperrten Fans des Zweitligisten Eintracht Frankfurt stürmen einen Block im Stadion An der alten Försterei in Berlin. Die Frankfurter Fans, die wegen früherer Pyrotechnik-Aktionen in Düsseldorf und Paderborn keinen Zutritt haben, klettern während des 4:0 bei Union Berlin über Absperrgitter in den Fanblock. Die Sicherheitskräfte schauen zu, öffnen dann die Tore.  
  15. April: Hooligans des 1. FC Köln greifen erneut einen Bus mit Anhängern des Erzrivalen Borussia Mönchengladbach an. Der Bus eines belgischen Fanklubs wird nach dem rheinischen Derby (3:0) von zwei Fahrzeugen ausgebremst und von vermummten belgischen Köln-Fans mit Bengalischen Feuern und Steinen attackiert.  
  29. April: Nach dem Heimspiel von Eintracht Frankfurt gegen 1860 München (0:2) stürmen die Anhänger der Hessen den Rasen der Frankfurter Arena. Dabei versuchen einige gewaltbereite Fans, sich Zugang zum Gäste-Block zu verschaffen.Zudem folgen Wurfgeschosse in Richtung Polizei und 1860-Fans. Die Polizei bildet vor den Gästefans eine Blockade und geht teilweise mit Wasserwerfern gegen die Hooligans vor.  
  5. Mai 2012: Nach dem Bundesligaspiel Werder Bremen gegen Schalke 04 (2:3) wird ein Schalke-Fan brutal von Tätern der Bremer Hooligan-Szene verprügelt. Das 43 Jahre alte Opfer erleidet nach Behördenangaben mehrere Frakturen im Gesicht, zudem besteht der Verdacht auf ein Schädel-Hirn-Trauma.Nach dem Drittligaspiel von Werder Bremen II bei Arminia Bielefeld wird am selben Tag ein 26 Jahre alter Werder-Fan von Arminia-Anhängern mit Tritten lebensgefährlich verletztMit Schlusspfiff stürmen Hooligans des 1. FC Köln nach der 1:4-Niederlage der Geißböcke gegen Bayern München den Platz und können nur von einem massiven Polizeiaufgebot in Schach gehalten werden. Zuvor waren bereits auf der Kölner Fantribüne Rauchbomben und Bengalische Feuer gezündet worden.  
  14. Mai: Nach dem Abstieg des Karlsruher SC aus der 2. Bundesliga kommt es zu schweren Ausschreitungen rund um das Wildparkstadion. Dabei werden nach Angaben der Polizei insgesamt 76 Personen verletzt, davon 18 Beamte.73 Verletzte müssen vor Ort von Sanitätern behandelt werden. 109 Krawallmacher werden kurzzeitig in Gewahrsam genommen und nach der Feststellung der Personalien mit einem Platzverweis wieder entlassen. Es kommt auch zu vereinzelten Festnahmen.  
  15. Mai: Fans von Hertha BSC und Gastgeber Fortuna Düsseldorf brennen beim Relegationsrückspiel große Mengen Feuerwerkskörper ab. Aus dem Hertha-Block fliegen Bengalische Feuer auf den Platz, Leuchtkugeln fliegen in die Zuschauerränge und auf Polizisten.Tausende Fortuna-Anhänger stürmen bereits vor Ablauf der Nachspielzeit auf den Platz, um den Aufstieg ihrer Mannschaft zu feiern. Schiedsrichter Wolfgang Stark setzt das Spiel erst nach 20-minütiger Unterbrechung noch einmal für rund zwei Minuten fort.  

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Fortuna-Hertha

Das Skandalspiel zwischen Fortuna Düsseldorf und Hertha BSC. 8,64 Millionen Fans sahen die ungeheuerlichen Bilder von brennenden Bengalos und auf den Platz stürmenden Fans im TV. Am Tag danach herrscht weiter Entsetzen über das Chaos in Düsseldorf. Der DFB hat bereits die Ermittlungen eingeleitet.

BILD.de rekonstruiert den Abend. Das Protokoll der Schande.

5 Fragen zum Skandal-Spiel: Steigt Hertha jetzt doch nicht ab?

Skandal-Spiel
Hertha legt Protest ein!

Dienstag, 20.30 Uhr Anpfiff! Nur 26 Sekunden sind gespielt, als Düsseldorfs Beister mit einem Linksschuss aus 25 Metern das 1:0 für den Zweitligisten erzielt. Das Stadion tobt, die Hertha-Anhänger sind geschockt. Im Gäste-Block ist es ganz still.

20.53 Uhr, 23. Minute. Hertha ist zurück im Spiel. Ben-Hatira köpft den Ausgleich.

21.46 Uhr, 59. Minute. Der eingewechselte Ranisav Jovanovic köpft das 2:1 für Düsseldorf. Direkt danach fliegen aus dem Hertha-Block Bengalos und andere Gegenstände ohne Rücksicht auf die Profis auf den Rasen. Fortuna-Fans zünden auf der Gegenseite ebenfalls Bengalische Feuer. Polizei und Ordnungskräfte marschieren auf.

21.47 Uhr, 60. Minute. Schiedsrichter Wolfgang Stark unterbricht die Partie für rund drei Minuten, weil die Sicherheit der Spieler gefährdet ist. Die Berliner Profis um Keeper Thomas Kraft versuchen die Durchgedrehten zu beruhigen.

22.19 Uhr, 85. Minute. Ausgleich zum 2:2 durch Raffael. Ein Tor noch für Hertha, und der Bundesligist wäre gerettet. Stark muss das Spiel erneut für etwa zwei Minuten unterbrechen, weil Feuerwerkskörper gezündet werden. Etwa 150 Polizisten samt Hunden marschieren vor der Hertha-Kurve auf, man hat Angst vor einer Eskalation des gewaltbereiten Teils der Hertha-Fans. Ordner postieren sich vor den Fortuna-Bereichen.

22.21 Uhr, 90. Minute. Sieben Minuten Nachspielzeit werden angezeigt.

22.26 Uhr, 90.+5 Minute. Ordner legen die Werbebanden um und öffnen einige Fluchttore, um einer Panik vorzubeugen. Immer mehr Düsseldorfer springen von den Tribünen auf den Rasen, drängeln sich an der Seitenlinie. Sie wollen mit dem Schlusspfiff zum Aufstiegsjubel den Platz stürmen.

22.26 Uhr, 90.+6 Minute. Schiri Stark pfeift einen Abstoß für Hertha – den Tausende als Schlusspfiff interpretieren. Fortuna-Fans strömen in Massen auf den Rasen, dabei ist die Partie noch nicht einmal abgepfiffen! Spieler und Schiedsrichter flüchten in die Katakomben, die Begegnung ist unterbrochen. Düsseldorfs Fans zünden Pyros auf dem Spielfeld, feiern den Aufstieg, den die Anhänger gerade in Gefahr bringen. Ein Bekloppter buddelt bereits ein Stück Rasen im Berliner Strafraum aus. Chaos!

Hertha-Trainer Otto Rehhagel ist bereit für ein weiteres Spiel. Er sagt zu BILD.de: „Für mich zählt jetzt nur der Protest und die Hertha.”


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  Hertha-Trainer Otto Rehhagel ist bereit für ein weiteres Spiel. Er sagt zu BILD.de: „Für mich zählt jetzt nur der Protest und die Hertha.”  
  Bundestrainer Jogi Löw: „Ich finde es ungeheuerlich, dass eine Minderheit von Fans vor dem Schlusspfiff auf den Platz rennt. Ungeheuerlich gegenüber der Mannschaft und dem Verein, in einer Situation, in der es um so viel geht. Nach dem Abpfiff kann ich meiner Freude freien Lauf lassen. Nun sind der DFB und die DFL gefragt. Ich kann nachvollziehen, was in den Düsseldorfer Spielern und Verantwortlichen vorgeht. Das Ganze trübt die Freude und den sportlichen Erfolg in diesem Moment.”  
  Wolfsburg-Trainer Felix Magath: „Die Problematik zwischen Verein und Fans ist immer dieselbe. Die Fans sehen sich als nicht nur als passiver Teil, sondern wollen auch selbst eingreifen. Der Einsatz von Pyrotechnik ist bei Teilen der Fans sicher geplant.“  
  Schalke-Boss Clemens Tönnies zu BILD.de: „Wir brauchen keine Schutz-Zäune, sondern wir müssen die Grundeinstellung aller Sportbegeisterten dahin ändern, dass für jegliche Art von Gewalt null Toleranz gilt. Der, der nicht für die Sicherheit des Gastvereins sorgt, hat das Spiel verloren. Dann werden diese sogenannten Fans garantiert ruhiger.”  
  HSV-Idol Uwe Seeler zu BILD.de: „Leider wird der Fussball von solchen Idioten als Bühne missbraucht. Da wollen Chaoten unseren Sport systematisch kaputt machen. Schrecklich. Von der Einführung von Zäunen halte ich nichts. In Hochsicherheitstrakten Fussball zu spielen, wäre furchtbar.”  
  Ex-Nationalspieler Karlheinz Förster (53) zu BILD.de: „Ich halte ein Wiederholungsspiel nicht für angemessen. Düsseldorfs Fans haben friedlich feiern wollen. Trotzdem darf es nicht passieren, dass sie den Platz stürmen. Berlins Fans haben mir aber mit ihren Raketen mehr Angst gemacht.”  
  Hannover-Manager Jörg Schmadtke (Hannover-Sportdirektor,gebürtiger Düsseldorfer): „Es war ein skandalöser Auftritt für den deutschen Fußball. Schauderhaft! Wenn man die letzten Wochen so sieht, reicht es nicht wenn man sagt, das ist eine Spiegelbild der Gesellschaft. Wir müssen aufpassen, dass wir keine Verhältnisse bekommen wie sie früher mal im englischen Fußball geherrscht haben. Da ist auch die Politik gefordert. Man darf nicht mit Angst und Schrecken ins Stadion gehen.“  
  Ex-Nationalspieler Mario Basler (43): „Das was da passierte kann man nicht gut heißen. Aber die Euphorie war sehr groß. Die Fans haben einen Pfiff für den Schlusspfiff gehalten. Sie wollten feiern, wie es die Dortmunder Fans nach der Meisterschaft auch getan haben. Es gab ja keine Gewalt oder Krawalle, die wollten einfach feiern. Ich fand schlimmer, dass Hertha-Fans Bengalos auf den Platz geworfen haben. Ein Wiederholungsspiel halte ich nicht für angemessen. Wenn ich von Todesangst höre, dann war die vielleicht angebracht als Hertha vor zwei Jahren abgestiegen ist und die Fans den Platz stürmten, aber nicht in Düsseldorf. Da muss es saftige Strafen geben für Düsseldorf und Hertha, aber damit muss gut sein. Hertha hat es sportlich zweimal nicht geschafft, Düsseldorf zu schlagen. Damit ist der Abstieg berechtigt.“  
  Werder-Boss Klaus Allofs (früher Fortuna-Spieler und -Trainer): „Das sind Bilder, die wir nicht haben wollen. Das darf es nicht geben. Wir müssen den Anfängen, sofern man davon noch reden kann, wehren. Müssen einen Halt machen!”  
  Wolf Werner (Manager Fortuna Düsseldorf): „Der Schiedsrichter hat das Spiel, wie er sich geäußert hat, wieder angepfiffen und dann korrekt abgepfiffen. Der Spielablauf kann nicht infrage gestellt werden. Die Worte von Herrn Schickhardt halte ich für völlig überzogen. Es waren nicht zu wenige Ordner im Stadion. Es ging beim Platzsturm nicht um Gewalt, sondern um Freude. Das ist natürlich keine Entschuldigung. Das Wort Gewalt will ich aber in diesem Zusammenhang nicht angewendet haben.”  
  Gunter A. Pilz (Fanforscher): „Man muss die Vorkommnisse trennen. Dass euphorisierte Düsseldorfer Fans den Platz stürmen, dafür kann man sogar Verständnis aufbringen. Wenn einer rennt, rennen sie alle. Das ist eine Unsitte, aber doch noch nachvollziehbar. Beim letzten Abstieg der Hertha haben in Berlin Anhänger das Feld mit einer anderen Intention gestürmt, nämlich um zu bedrohen und zu zerstören. In Düsseldorf stellte das Zünden von Pyrotechnik das größere Ärgernis dar. Damit soll provoziert werden, vor allem die gegnerischen Fans, es geht um eine symbolische territoriale Eroberung des Stadions. Man kann nur hoffen, dass sich das Verständnis durchsetzt, dass Pyrotechnik nicht nur verboten, sondern auch gefährlich ist.”  
  Bernhard Witthaut (Bundesvorsitzender Gewerkschaft der Polizei): „Offensichtlich bringen Appelle an Vernunft und Verstand nichts. Der DFB ist jetzt vor dem angekündigten Anti-Gewalt-Gipfel von Fußball und Justiz in der Pflicht, zu prüfen, ob über Punktestrafen die Fans diszipliniert werden können.”  

22.30 Uhr. Einige Fortuna-Profis um Sascha Rösler versuchen, die Fans zurück auf die Tribünen zu treiben. Sie schimpfen, sind wütend. Fortunas Stadionsprecher André Scheidt und Ilja Ludenberg flehen die Fans an, drohen mit dem Spielabbruch. Langsam setzt bei den Fans das Bewusstsein ein, dass das Spiel noch nicht abgepiffen ist. Die Massen ziehen sich zurück, räumen langsam den Innenraum. Die Polizei nimmt einige Chaoten in Gewahrsam.

22.32 Uhr. Zoff zwischen Herthas Lell und Düsseldorfs Lukimya – Mannschafts-Kollegen müssen die Streithähne auseinander bringen. Lukimya wird später zu Protokoll geben, Lell habe ihn angespuckt. Da noch immer hunderte Fans im Innenraum sind, werden die Teams endgültig in die Kabine geschickt. Otto Rehhagel und Fortuna-Manager Wolf Werner winken alle herbei.

22.34 Uhr. Schiri Stark ist in der Kabine, holt sich telefonisch Rückendeckung vom DFB für die Entscheidung, das Spiel noch einmal anzupfeifen.

22.39 Uhr. Wie geht es weiter? Schiri Stark ist mit seinen Assistenten wieder auf dem Platz, prüft die Lage. Die Mannschaft von Fortuna ist bereits wieder auf dem Feld, warten auf die Rückkehr der Berliner.

22.42 Uhr. Stark geht in die Hertha-Kabine, wo mittlerweile auch der Berliner Präsident Werner Gegenbauer eingetroffen ist. Die Polizei hat um die Fortsetzung der Partie gebeten, um so eine Eskalation zu vermeiden.

22.46 Uhr. Die Hertha-Profis kommen zurück aufs Feld, spielen weiter! Der Stadionsprecher warnt erneut die Zuschauer, den Rasen nicht vor dem Abpfiff zu betreten. Ansonsten droht der endgültige Spielabbruch.

22.48 Uhr. Die Partie wird noch einmal für etwa eine Minute angepfiffen. Hertha schießt kein Tor, Schiedsrichter Stark pfeift diesmal wirklich ab. Wieder brechen alle Dämme und die Fortuna-Fans stürmen erneut den Platz.

22.50 Uhr. Vor der Schiedsrichter-Kabine kommt es zu Tumulten: Schiri Stark wird von Hertha-Spielern Lell, Niemeyer und Kobiaschwilli verfolgt. Lell beschimpft Stark als „feiges Schwein“, weil er angeblich zu früh abgepfiffen habe. Schlimm: Laut „SportBILD“ soll Kobiaschwilli Stark ins Gesicht geschlagen haben. Fortuna bestätigt später, das Stark vom Vereinsarzt behandelt wurde.

Mittwoch, 8.20 Uhr. Hertha-Anwalt Dr. Christoph Schickhardt im ZDF-Morgenmagazin: „Der Schiedsrichter hat die Mannschaft nicht wegen des Fußballs auf den Platz zurückgeführt, sondern nur auf Bitten der Polizei, um eine Eskalation – man hat von einem Blutbad gesprochen – zu verhindern.”

9 Uhr. Der Hertha-Sonderzug aus Düsseldorf hält unplanmäßig in Berlin-Spandau, weil die Notbremse gezogen wurde. Etwa 800 Krawallmacher flüchten aus dem Zug, entgehen so den wartenden Polizisten am Hauptbahnhof.

14.03 Uhr. Der Hertha-Tross landet auf dem Flughafen Berlin-Tegel. Die Spieler Lell, Ottl und Mijatovic verlassen den Flughafen durchs Gate, Herthas Entscheidungsträger und der Rest der Mannschaft verlässt direkt mit einem Bus die Landebahn und den Flughafen.

15 Uhr. Düsseldorf lässt seine Aufstiegsmannschaft hochleben. Das Team von Trainer Norbert Meier trägt sich in das Goldene Buch der Stadt ein, wird dann auf dem Rathausbalkon gefeiert.


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16.16 Uhr. Hertha-Pressesprecher Peter Bohmbach kündigt eine Pressemitteilung für 17.30 Uhr an. BILD.de berichtet, dass Hertha das Ergebnis anfechten wird.

17.59 Uhr. Hertha-Manager Michael Preetz, Anwalt Schickhardt und Präsident Gegenbauer kündigen an, dass Hertha beim DFB Einspruch gegen das Spiel einlegt.

Preetz: „Nach den Ereignissen des gestrigen Abends im zweiten Relegationsspiel steht für uns fest: Ein regulärer Spielbetrieb war unter diesen Umständen nicht mehr möglich. Das Spiel wurde nach der Unterbrechung nur deshalb fortgesetzt, um eine weitere Eskalation zu verhindern. In Verantwortung für Hertha BSC haben wir unsere Entscheidung getroffen, weil es für unseren Klub eine Verpflichtung ist, darauf hinzuwirken, dass die irregulär zustande gekommene Spielwertung aufgehoben und ein Wiederholungsspiel angesetzt wird.“ Die Spieler werden weiter trainieren, müssen bis Freitag in der Stadt bleiben. Hertha-Trainer Rehhagel bestätigt gegenüber BILD.de, dass er für dieses dritte Spiel bereitstünde: „Für mich zählt jetzt nur der Protest und die Hertha.“

19.09 Uhr. Der DFB erklärt, dass der Hertha-Einspruch am Freitag um 13.30 Uhr verhandelt werde. DFB-Medienboss Ralf Köttker: „Wir können bestätigen, dass Hertha BSC Einspruch gegen die Spielwertung eingelegt hat. Das Sportgericht des DFB wird sich bereits am Freitag mit dem Fall befassen.“

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Fußball-Schande
Hier stürmen die Fans den Platz

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U17 verliert gegen Holland – Elfer-Drama im EM

Deutschland – Niederlande 4:5 i.E. (1:1,0:0)

Deutschland: Schnitzler (Bayer Leverkusen) – Itter (1. FC Nürnberg), Süle (1899 Hoffenheim), Sarr (Bayer Leverkusen), Dudziak (Borussia Dortmund) – Goretzka (VfL Bochum – 80. Akpoguma/Karlsruher SC), Brandenburger (Bor. Mönchengladbach) – Brandt (VfL Wolfsburg – 73. Kempf/Eintracht Frankfurt), Dittgen (FC Schalke 04 – 41. Stendera/Eintracht Frankfurt), Meyer (FC Schalke 04) – Werner (VfB Stuttgart)

Niederlande: Olij – Anderson (71. van den Boomen), Bazoer, Voest, Hendrix – Haya, Ake, de Vilhena, Menig – Vloet (64. Huser), Lumu (58. Acolatse)

Schiedsrichter: Kruzliak (Slowakei) – Zuschauer: 11 000

Tore: 1:0 Goretzka (45.), 1:1 Acolatse (80.+1)

Elfmeterschießen: 1:0 Sarr, 1:1 Huser, 2:1 Werner, 2:2 Ake, 3:2 Itter, 3:3 Acolatse, Stendera gehalten, 3:4 Hendrix, 4:4 Kempf, 4:5 de Vilhena

Gelbe Karten: Süle, Schnitzler / -


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Kommentar

Der Liga-Fußball beendet die Saison mit einem unglaublichen Skandal. Was es in den letzten Monaten an Fan-Verfehlungen gab, erlebte gestern in Düsseldorf eine Eskalation.​


Fans stürmten Platz
FUSSBALL- SCHANDE

So kann man die Auf- und Abstiegsentscheidung nicht stehen lassen. ​

Auch wenn Hertha BSC in dieser Saison nie und nimmer den Klassenerhalt verdient hat – nach den Vorfällen kann man nicht mehr von einer sportlichen Entscheidung sprechen. Die Fußball-Versager aus Berlin haben ein Recht auf Gerechtigkeit.​

Jetzt müssen Liga und DFB ein kluges Urteil fällen. Notfalls mit 19 Teams in der Bundesliga.​

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Fans stürmten Platz – Mega-Skandal bei Relegations

2:2 im Relegationsrückspiel zwischen Düsseldorf und Hertha. Fortuna steigt nach dem 2:1 im Hinspiel auf, Berlin steigt ab. Aber ob es dabei bleibt, steht noch nicht fest.

BILD-Kommentar: Hertha hat Recht auf Gerechtigkeit​

Kommentar
Hertha hat Recht auf Gerechtigkeit​


Bundesliga: Warum wird es in den Stadien immer gefährlicher?

Tritte, Schläge, Sünder

Skandale des Fussballs

Mega-Skandal in Düsseldorf! Heute berät Hertha über einen Protest, der mit Sicherheit kommen wird.

Hertha-Anwalt Christoph Schickhardt im „Morgenmagazin“: „Der Schiedsrichter hat die Mannschaft nicht wegen des Fußballs auf den Platz zurückgeführt, sondern nur auf Bitten der Polizei, um eine Eskalation – man hat von einem Blutbad gesprochen – zu verhindern.

Was ist passiert?

Schiedsrichter Stark muss die Partie in der Nachspielzeit für rund 20 Minuten unterbrechen. Tausende Zuschauer waren in den Innenraum gestürzt, hatten den Platz gestürmt. Hunderte von Polizisten und Ordnern können sie nicht aufhalten.

Die Fortuna-Fans wollen den Aufstieg feiern – 90 Sekunden zu früh. Ein 2:2 würde Düsseldorf reichen. Hertha dagegen hofft noch auf ein drittes Tor, das die Rettung bedeuten würde.

Chaos pur! Es droht ein Abbruch. Stark verschwindet mit seinen Assistenten in die Kabine. Keiner weiß, ob das Spiel überhaupt wieder angepfiffen wird. Nach BILD-Informationen hat die Polizei Stark gebeten, weiter zu spielen. Die Sicherheitskräfte befürchteten sonst eine weitere Eskalation.

Die Fortuna-Profis versuchen, die Zuschauer zu bewegen, zurück auf die Tribüne zu gehen. Dann gehen sie in die Kabine.

Auch die Hertha-Profis verschwinden in den Katakomben. Denken offensichtlich darüber nach, nicht wieder anzutreten, um so eine Neuansetzung des Spiels zu erzwingen. Um 22.46 Uhr kommen sie dann doch auf den Platz. Hertha-Anwalt Christoph Schickhardt zu BILD: „Die Hertha-Spieler haben unter Todesangst weiter gespielt.“

Was für ein Skandal! Wieder sorgen Chaoten für Krawall und Randale.

Fortuna-Manager Werner: „Ich bin erschüttert, was in den letzten Minuten abgelaufen ist. Der Schiedsrichter hat super reagiert. Es ist unschön, dass einige Hertha-Spieler versucht haben, einen Abbruch zu provozieren und etwas zu schaffen, was sie nicht verdient haben. Trainer Otto Rehhagel hat Frieden gestiftet, das zeigt seine Größe.“

Schon nach dem 2:1 durch Jovanovic (59.) muss Schiri Stark das Spiel für mehrere Minuten unterbrechen. In den Fanblocks beider Mannschaften waren Böller gezündet worden, teilweise brennt es an der Außenlinie. Stark macht eine klare Ansage: Noch ein Vorfall, dann bricht er die Begegnung ab.

Die Drohung reicht nicht. Kurz vor Schluss die nächste Unterbrechung. Die wird noch ein Nachspiel haben. Neuansetzung oder Aufstockung der Bundesliga sind möglich.

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  • Die Düsseldorfer Fans feiern Abwehrspieler Assani Lukimya

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    Party in Düsseldorf. In der Innenstadt feiern die Fans den Aufstieg in die Bundesliga

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    Die Party beginnt schon auf dem Rasen. Düsseldorf war zuletzt in der Spielzeit 1996/97 erstklassig

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    Ein irrer Fortuna-Fan, der das Gründungsjahr auf der Backe trägt: 1895, genau am 5. Mai dieses Jahres

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    Fortuna Düsseldorf war zwischenzeitlich sogar in den Niederungen der vierten Liga verschwunden. Jetzt die Rückkehr in die Bundesliga

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    Der Vater des Erfolges: Trainer Norbert Meier (2.v.r.)

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    Nach 15 Jahren kehrt Fortuna Düsseldorf in die Erste Liga zurück. Der Jubel darüber ist groß

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    Torhüter Ratajczak freut sich über den Bundesliga-Aufstieg

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    Sascha Rösler inmitten der Fans. Er kam im Spiel gegen die Hertha nicht mehr zum Einsatz

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    Die Düsseldorfer Fans nehmen ein Tor auseinander

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    Die Fortuna-Spieler sind außer sich vor Freude und können es nicht fassen, dass sie sich gegen den Bundesligisten durchgesetzt haben

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    Fortuna-Torhüter Michael Ratajczak nimmt ein Jubel-Bad in der Menge. Er absolvierte in der Zweitliga-Saison 23 Spiele

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Randale in Düsseldorf – Hier berichtet der BILD


Fans stürmten Platz
FUSSBALL- SCHANDE

Chaos in Düsseldorf und ich der BILD-Reporter bin mittendrin! Schon nach dem 2:1 für Fortuna fliegen die ersten  Raketen aufs Feld – aus dem Hertha-Block. Kanonschläge donnern durch die Arena. Auch die Fortuna-Fans brennen Bengalos ab.

Schon zu diesem Zeitpunkt überlegt Schiedsrichter Stark, das Spiel zu unterbrechen. Ich höre, wie der Stadionsprecher durchsagt, dass beim nächsten Zwischenfall das Spiel abgebrochen werden soll. Der Berliner 2:2-Ausgleich geht schon fast in der allgemeinen Hektik unter. Ich beobachte Aufregung bei den Düsseldorf-Fans, als wegen der Unterbrechung sieben Minuten Nachspielzeit angezeigt werden. Als dann bei der letzten Großchance von Jovanovic Torwart Kraft klärt, stürmen plötzlich hunderte Düsseldorf-Fans den Rasen (90.+5).

Ich stehe zu diesem Zeitpunkt schon in den Katakomben, warte auf Spieler-Stimmen nach der Partie, als Stark an allen Reportern vorbei rennt.

Ich bin direkt an der Spieler-Treppe, kriege hautnah mit, wie die Hertha-Profis Stark hinterher stürmen und schreien: „Noch drei Minuten!“ Manager Preetz zu Stark: „Was erzählen Sie denn da?“ Stark flüchtet stumm in die Kabine.

Minutenlange Hektik und Verwirrung. Die Fortuna-Profis glauben schon gewonnen zu haben. Plötzlich stürmen Herthas Präsident Gegenbauer und Finanz-Boss Schiller an mir vorbei in die Kabine. Sie beraten sich.

In der Zwischenzeit haben die Ordner das Feld geräumt. Ich höre, dass Fortuna-Anhänger schon Rasenstücke herausgerissen haben, im Stadion herrscht Chaos.

Dann nach mehr als 20 Minuten Unterbrechung, betreten die Düsseldorfer und das Schiri-Gespann das Spielfeld wieder. Stark kommt noch mal zurück, holt auch Herthas Mannschaft aus der Kabine zurück auf den Platz.

Gesichert von hunderten Polizisten und Ordnern pfeift Stark das Spiel wieder an, um nach etwas mehr als einer Minute abzupfeifen. Danach flüchtet Stark wieder sofort in den Kabinentrakt. Hinterher ihm rennen brüllend Burchert, Niemeyer, Lell und Mijatovic her. Burchert schreit: „Für nur 60 Sekunden!“

Lewan Kobiaschwili wird von Mediendirektor Peter Bohmbach zurückgehalten. In ihrer Wut verweigern die Spieler den Sky-TV-Reportern die Interviews. Hertha-Profis stapfen sauer in die Kabine, während die Düsseldorfer jubelnd quer durch die Stadionkatakomben ziehen.

Immer wieder hört man Kanonenschläge, die Stimmung ist nicht nur feierlich, sondern auch bedrohlich. Auch nach 23.30 Uhr sind die Hertha-Profis noch in der Kabine. Offensichtlich beraten sie gemeinsam mit den Bossen.

Bohmbach zu uns Reportern: „Sie können sich nicht vorstellen, was in der Kabine los ist! Ich glaube nicht, dass einer der Spieler noch was sagt!“ Nicht auszudenken was passiert wäre, hätte Hertha in letzter Sekunde das 3:2-Siegtor erzielt…

Ich harrte aber weiter aus, kurz vor Mitternacht sagt Torwart Kraft zu mir: „Ich kann nichts sagen, sonst wird es teuer.“ Niemeyer: „Das ist ein sehr bitterer Abend für uns und den Verein. In der Kabine herrschte Sprachlosigkeit.“

Trainer Otto Rehhagel gibt dann noch eine Pressekonferenz, sagt: „Die Begleitumstände waren eine Katastrophe – so etwas habe ich noch nicht erlebt! Es hält immer mehr Einzug, dass die Zuschauer versuchen, auf ein Spiel einzuwirken. Da sind jetzt auch die Medien gefordert, sonst endet es in einer Katastrophe. Dieser Abend war eine riesige Enttäuschung, wir können eine Nacht weinen, dann muss morgen der Blick nach vorne gehen.“

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  • Zum Teil haben sich die Chaoten mit Stöcken bewaffnet

    Tritte, Schläge, Sünder
    Skandale des Fussballs

    7. Mai 2011: Bundesliga-Skandal in Frankfurt. Nach dem 0:2 gegen Köln stürmen Eintracht-Chaoten das Spielfeld

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  • Tritte, Schläge, Sünder
    Skandale des Fussballs

    Eine Woche vorher lauerten Frankfurt-Chaoten nach dem 0:3 im Derby in Mainz den Eintracht-Profis auf. Ein Polizist musste bei der Konfrontation einen Warnschuss abgeben

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  • Tritte, Schläge, Sünder
    Skandale des Fussballs

    Beängstigender Ostermontag 2011: Kölns Profis um Lukas Podolski (2.v.r.) trainieren vor der von Fan-Idioten beschmierten Bande („Wenn ihr absteigt, schlagen wir euch tot“)

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  • Tritte, Schläge, Sünder
    Skandale des Fussballs

    1. April 2011: Schiri-Assistent Thorsten Schiffner wird beim Spiel St. Pauli gegen Schalke von einem Bierbecher getroffen

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  • Tritte, Schläge, Sünder
    Skandale des Fussballs

    13. März 2010: Nach der 1:2-Niederlage der Hertha gegen Nürnberg stürmen Chaoten (teilweise mit Fahnenstangen bewaffnet) das Spielfeld und zerstörten u.a. die Trainer-Bank

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  • Tritte, Schläge, Sünder
    Skandale des Fussballs

    Flaschenwurf-Skandal 2010: Nach dem 0:0 gegen Hannover brennen HSV-Stürmer Paolo Guerrero die Nerven durch. Er wirft seine Getränkeflasche in Richtung Tribüne, trifft einen Fan am Kopf

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  • Tritte, Schläge, Sünder
    Skandale des Fussballs

    3. Dezember 2005: HSV-Star Daniel von Buyten kümmert sich um seinen blutenden Kollegen Alexander Laas, der von einem Trommelstock aus dem Kölner Fanblock im Gesicht getroffen wurde

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  • Tritte, Schläge, Sünder
    Skandale des Fussballs

    Leverkusen-Star Michal Kadlec auf dem Weg in Krankenhaus: Nach einem Disco-Besuch wurde der Tscheche von zwei Köln-Hooligans angegriffen

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  • Tritte, Schläge, Sünder
    Skandale des Fussballs

    Skandal auf Schalke: Beim Spiel gegen Kaiserslautern (1:2) im Oktober 2011 wird Sky-Experte Markus Merk (l.) mit Bierbechern, Feuerzeugen und einer Billard-Kugel beworfen

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  • Tritte, Schläge, Sünder
    Skandale des Fussballs

    Mobbing gegen Spieler: Diese Puppe mit einem Trikot von Manuel Neuer hing im September 2011 an einer Brücke außerhalb des Schalker Stadions. Ex-Kapitän Manuel Neuer war im Sommer 2011 zu den Bayern gewechselt

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  • Tritte, Schläge, Sünder
    Skandale des Fussballs

    Unglaubliche Szene in Holland: Esteban Alvarado Esteban tritt im Dezember 2011 auf einen am Boden liegenden Fan ein. Der Hooligan hatte den Alkmaar-Torwart zuvor angegriffen

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  • Tritte, Schläge, Sünder
    Skandale des Fussballs

    Der Torwart tritt sogar doppelt zu. Die Rote Karte gegen Brown hat der Fußballverband umgehend annulliert. Begründung: Der Torhüter wurde „hinterrücks überfallen, konnte den Angreifer nicht sehen“

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  • Tritte, Schläge, Sünder
    Skandale des Fussballs

    10. September 2011: Chaoten des Drittligisten Preußen Münster zünden eine Rauchbombe, dann fliegen lebensgefährliche Knallkörper, die insgesamt 33 Menschen verletzen. Der Täter wird später zu 5 Jahren Haft verurteilt

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  • Tritte, Schläge, Sünder
    Skandale des Fussballs

    Hauptkommissar Walter Sollmann, der im September 2011 Dienst im Stadion in Osnabrück hatte, zeigt die Narben seiner Verletzungen (insgesamt 53 offene Wunden)

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  • Tritte, Schläge, Sünder
    Skandale des Fussballs

    Fan-Krieg auf der Autobahn: Im März 2012 greifen Köln-Fans einen Bus mit Gladbacher Fans auf der Autobahn an, drängen diesen auf eine Raststätte. Die vermummten Täter bewerfen den Bus anschließend mit Steinen

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  • Tritte, Schläge, Sünder
    Skandale des Fussballs

    Die Scheibe des von Kölner Fans angegriffenen Busses. Die Fahrertür wurde eingeschlagen, auf dem Sitz und im Fußraum liegen Glassplitter

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  • Tritte, Schläge, Sünder
    Skandale des Fussballs

    Einer der Steine, die gegen den Bus flogen. Sie wurden extra rot-weiß gestrichen (die Vereinsfarben des 1. FC Köln), außerdem stehen die Buchstaben F und C drauf – für Fußball-Club

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  • Tritte, Schläge, Sünder
    Skandale des Fussballs

    Wettskandal im deutschen Fußball: Schiedsrichter Robert Hoyzer 2004 in Paderborn (beim 4:2 gegen den HSV). Der Skandal-Schiri gestand später, die Partie manipuliert zu haben

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  • Tritte, Schläge, Sünder
    Skandale des Fussballs

    Hoyzer gab zu, den Ausgang von ihm geleiteter Spiele beeinflusst zu haben. Er wird vom DFB lebenslang gesperrt. Hoyzer wird außerdem zu zwei Jahren und fünf Monaten Gefängnis verurteilt. 2008 wird er vorzeitig entlassen

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  • Tritte, Schläge, Sünder
    Skandale des Fussballs

    Golfball-Wurf: Olli Kahn mit blutverschmiertem Trikot. In Freiburg wird der Titan 2000 von einem Golfball an der linken Augenbraue getroffen. Bayern-Manager Uli Hoeneß kann den Torwart nur mit Mühe festhalten

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    Skandale des Fussballs

    Kahn blutverschmiert nach der Golfball-Attacke

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    Skandale des Fussballs

    24. August 2008: Der ehemalige Bundesliga-Torwart Georg Koch (36) wird im Spiel für seinen Klub Rapid Wien gegen Austria Opfer einer Böller-Attacke. Diagnose: Tinnitus, Gleichgewichtsstörung. Koch ist Sportinvalide

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    Skandale des Fussballs

    Fußball-Legende Maradona wurde bei der WM 1994 positiv auf Ephedrin getestet und von der FIFA ausgeschlossen. Anschließend machte der Argentinier mit Drogenexzessen, Übergewicht und einem durch eine Kokain-Überdosis ausgelösten Herzinfarkt Schlagzeilen

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    Skandale des Fussballs

    Stinkefinger-Skandal: Stefan Effenberg zeigte den deutschen Fans nach seiner Auswechslung im WM-Spiel gegen Südkorea 1994 den Finger und wurde von Trainer Berti Vogts nach Hause geschickt

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    Skandale des Fussballs

    Kokain-Skandal: Christoph Daum wurde im Oktober 2000 nach einer von ihm selbst veranlassten Haarprobe des Kokainmissbrauchs überführt und verlor danach seinen Trainerposten bei Leverkusen und seinen Vertrag mit dem DFB

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    Skandale des Fussballs

    Erster Doping-Fall der Bundesliga: Der Bochumer Stürmer Roland Wohlfahrt wird 1995 vom DFB für acht Wochen gesperrt. Er soll das verbotene Stimulanzmittel Norephedrin eingenommen haben

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    Skandale des Fussballs

    Karten-Klau: Botafogo-Verteidiger Andre Luiz flippt aus, klaut Schiri Carlos Chandia aus Chile die Gelbe Karte und zeigt sie ihm. Dafür muss er selbst mit Rot runter

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    Skandale des Fussballs

    Hosenstrafe: Flamengo Rio gegen Clube Nautico in Brasilien: Nautico-Star Vagner reißt die Hose, ein Betreuer bringt ihm sofort eine neue

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    Skandale des Fussballs

    Vagner wechselt die Hose auf dem Platz. Dafür gab’s Gelb-Rot

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